Hans Deutzmann
Gründer der Tripada® Akademie, Diplom-Sozialarbeiter, Sozialwissenschaftler, Yogalehrer, Fachbuchautor und Entwickler der Tripada® Methode
Mein beruflicher Weg verbindet seit mehreren Jahrzehnten soziale und psychosoziale Arbeit, Humanistische Psychologie, Gesundheitsförderung, Entspannungsverfahren, Yoga, Prävention sowie die Entwicklung von Kurs- und Ausbildungskonzepten. Mich beschäftigt dabei bis heute eine grundlegende Frage: Wie können Menschen darin unterstützt werden, ihre eigenen Ressourcen zu entwickeln und ihre körperliche und psychische Gesundheit selbstbestimmt zu fördern? Aus dieser Arbeit entstanden die Tripada® Akademie, die Tripada® Methode, zahlreiche Kurs- und Ausbildungskonzepte sowie mein Fachbuch „Yoga als Gesundheitsförderung“.
Soziales Engagement und frühe praktische Erfahrungen
Ich wurde 1959 geboren. Bereits in den späten 1970er- und in den 1980er-Jahren engagierte ich mich in der Dritte-Welt-, Friedens- und Umweltbewegung. Fragen sozialer Gerechtigkeit, gesellschaftlicher Verantwortung und der konkreten Lebensbedingungen von Menschen beschäftigten mich damit lange vor meiner späteren Arbeit in der Gesundheitsförderung. In dieser Zeit initiierte und leitete ich über mehrere Jahre ehrenamtlich die AG Sozialer Brennpunkt, ein größeres eigenes soziales Projekt. Zu unserer Arbeit gehörten die Unterstützung obdachloser Menschen, die Betreuung von Familien und Kindern, Schulaufgabenhilfe sowie die Organisation von Ferienfreizeiten. Dabei arbeiteten wir unter anderem mit dem Jugendamt zusammen. Meinen Zivildienst absolvierte ich zunächst in der psychiatrischen Geriatrie und anschließend in dem von mir mit aufgebauten sozialen Projekt. Diese Erfahrungen haben meine weitere Entwicklung wesentlich geprägt. Menschen lassen sich nicht auf einzelne Probleme oder Eigenschaften reduzieren. Ihre körperliche und psychische Situation steht immer auch in Verbindung mit ihrer persönlichen Geschichte, ihrem sozialen Umfeld und ihren jeweiligen Lebensbedingungen.Sozialarbeit, Sozialwissenschaften und Humanistische Psychologie
Nach dem Abitur studierte ich Sozialarbeit und schloss das Studium als Diplom-Sozialarbeiter ab. Darüber hinaus studierte ich Sozialwissenschaften. Ein wesentlicher Einfluss auf mein späteres Verständnis von Lehren, Lernen und Begleitung kam aus der Humanistischen Psychologie. Ich wurde in klientenzentrierter Gesprächsführung nach Carl Rogers ausgebildet und beschäftigte mich intensiv mit dem personenzentrierten Menschenbild. Besonders prägend wurden für mich drei Grundhaltungen: Empathie, Akzeptanz und Kongruenz.Den Menschen in seiner individuellen Situation wahrnehmen und versuchen, seine Erfahrungen, Möglichkeiten und Grenzen zu verstehen.
Menschen wertschätzend anzunehmen, ohne sie an einer vorgegebenen Leistung, Idealform oder Norm zu messen.
Als Lehrender authentisch, glaubwürdig und transparent zu sein und sich nicht hinter einer künstlichen Lehrerrolle zu verbergen.
Teilnehmerorientierung ist für mich nicht nur eine Unterrichtstechnik, sondern Ausdruck eines bestimmten Menschenbildes.
Entspannung, Stressregulation und Gesundheitsförderung
Hinzu kamen Ausbildungen und Erfahrungen mit unterschiedlichen Verfahren der Entspannung und Stressregulation. Ich bin unter anderem ausgebildeter Trainer für Autogenes Training (AT) und Progressive Muskelrelaxation (PMR). Damit bestand bereits ein sozialwissenschaftlicher, psychosozialer und gesundheitsorientierter Hintergrund, als Yoga Anfang der 1990er-Jahre zu einem weiteren wichtigen Bestandteil meines beruflichen Weges wurde.Mein Weg zum Yoga
Mit Yoga beschäftige ich mich seit 1990. Der Zugang war zunächst persönlich: In einer schwierigen Lebensphase wurde Yoga für mich zu einer wichtigen Erfahrung. Daraus entwickelte sich eine intensive Beschäftigung mit Yogapraxis, Philosophie und schließlich mit der Frage, wie Yoga fachlich fundiert, gesundheitsorientiert und verantwortungsvoll vermittelt werden kann. Meine mehrjährige Yogalehrerausbildung absolvierte ich bei der Gesellschaft für Geisteswissenschaftliche Fortbildung (GGF). 1997 bestand ich die Abschlussprüfung und erhielt die Qualifikation Yogalehrer GGF. 2009 legte ich zusätzlich die Prüfung zum Yogalehrer BDY/EYU erfolgreich ab.Prägende Lehrer und Einflüsse
Meine Beschäftigung mit Yoga wurde von unterschiedlichen Lehrerpersönlichkeiten geprägt. Besonders wichtig waren für mich Leopoldo Chariarse und Dr. M. L. Gharote – auf sehr unterschiedliche Weise.Leopoldo Chariarse – Yoga, Philosophie und Kultur
Leopoldo Chariarse prägte eine eher philosophische und kulturelle Seite meines Yogaverständnisses. Er war ein Schöngeist im besten Sinne: Yogalehrer und Anthropologe, zugleich Musiker, Musikwissenschaftler und Lyriker. Bei ihm begegnete mir Yoga nicht als bloßes System körperlicher Übungen, sondern eingebettet in Philosophie, Kultur und eine umfassendere Auseinandersetzung mit dem Menschen.Dr. M. L. Gharote – Methodik und wissenschaftliche Orientierung
Dr. M. L. Gharote wurde zu einem meiner wichtigsten fachlichen Mentoren. Seine Arbeit stand in enger Verbindung mit dem Kaivalyadhama Yoga Institute in Lonavla, Indien, einem traditionsreichen Zentrum der wissenschaftlichen Erforschung und Vermittlung des Yoga. Besonders seine systematische Beschäftigung mit klassischem Yoga, gesundheitsbezogener Anwendung und der Methodik des Yogaunterrichts hat meine eigene Entwicklung stark beeinflusst. Mich interessierte zunehmend nicht nur, was wir im Yoga üben, sondern warum, für wen und auf welche Weise wir etwas unterrichten. Ein zentraler Gedanke findet sich für mich bis heute im Yoga Sutra:sthira sukham āsanam
Eine Haltung soll stabil und zugleich angenehm sein.
Die Übung muss zum Menschen passen – nicht der Mensch zur Übung.
Von der selbstständigen Arbeit zum Institut für Gesundheitsförderung
Seit 1995 bin ich selbstständig tätig. Yoga war dabei von Anfang an Teil eines breiteren Spektrums aus Gesundheitsförderung, Entspannungsverfahren und psychosozial orientierter Arbeit. 2001 gründete ich in Wuppertal die Yogaschule Wuppertal – Institut für Gesundheitsförderung. Der Zusatz „Institut für Gesundheitsförderung“ war bewusst gewählt. Unsere Arbeit beschränkte sich schon damals nicht auf Yoga. Neben Yoga entwickelte sich ein breites Spektrum gesundheitsorientierter Angebote aus Bewegung, Entspannung, Stressbewältigung und Prävention. Die Einrichtung entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einer der großen Adressen in Wuppertal für Yoga und Gesundheitsförderung. Ein wesentlicher Schwerpunkt wurde die qualitätsgesicherte Prävention in Zusammenarbeit mit den gesetzlichen Krankenkassen. Die Entwicklung standardisierter Kurskonzepte, die Qualifikation von Kursleitenden und die Anforderungen an Präventionsangebote wurden damit zu einem festen Bestandteil unserer Arbeit.Der Weg zu einer eigenständigen Yogalehrerausbildung
Bei der Entwicklung einer eigenen Yogalehrerausbildung orientierte ich mich zunächst an den Rahmenrichtlinien von BDY und EYU und wollte eine entsprechende Ausbildung auch an meiner eigenen Schule anbieten. Dabei kam es zu erheblichen Auseinandersetzungen über die Frage, ob ein solcher Ausbildungsweg nur an vom Verband anerkannten Ausbildungsschulen möglich sein sollte. Für die Möglichkeit eines unabhängigen Ausbildungsweges setzte ich mich auch rechtlich ein. In einem wettbewerbsrechtlichen Verfahren bestätigte das Landgericht Münster 2013, dass nach der damaligen Prüfungsordnung auch eine Ausbildung an einer nicht als BDY-Ausbildungsschule anerkannten Einrichtung möglich war, sofern sie den entsprechenden Rahmenrichtlinien entsprach. Diese Erfahrungen bestärkten mich darin, Ausbildungsqualität nicht von der Zugehörigkeit zu einem bestimmten Verband abhängig zu machen. Entscheidend müssen aus meiner Sicht nachvollziehbare fachliche Standards, Ausbildungsinhalte und tatsächliche Kompetenz sein. Seit 2008 bilden wir bei Tripada® Yogalehrerinnen und Yogalehrer aus. Im Laufe der Jahre entstand daraus ein umfangreiches eigenes Curriculum. Die Ausbildung verbindet Yogapraxis und Yogaphilosophie mit Anatomie, Gesundheitswissenschaften, Psychologie, Pädagogik, Methodik, Didaktik und umfangreicher praktischer Unterrichtserfahrung. Die Tripada® Yogalehrerausbildung ist ab 500 Stunden ZPP-anerkannt und führt zur ZPP-Anerkennung für die entsprechende Tätigkeit mit zertifizierten Präventionskursen.Von der Yogaschule zur Tripada® Akademie
Mit der Erfahrung aus vielen Jahren praktischer Gesundheitsförderung, unterschiedlichen Zielgruppen und der Ausbildung von Kursleitenden wurde zunehmend deutlich, dass hinter unseren unterschiedlichen Angeboten gemeinsame Prinzipien standen. Dazu gehören Teilnehmerorientierung, sinnvoller methodischer Aufbau, gesundheitsgerechte Belastungssteuerung, Körperwahrnehmung, Entspannung und die Förderung der Fähigkeit zur Selbstregulation. Ab 2010 wurde die Einrichtung deshalb zur Tripada® Akademie für Gesundheit und Yoga weiterentwickelt. Gleichzeitig wurden Tripada® und Tripada® Yoga als Marken und die zugrunde liegende Methodik systematisch ausgebaut.Yoga als Gesundheitsförderung
Die theoretische Auseinandersetzung mit Yoga und Gesundheit führte auch zu meinem Fachbuch „Yoga als Gesundheitsförderung – Grundlagen, Methoden, Ziele und Rezeption“. Darin beschäftige ich mich mit der Frage, welches Gesundheitsverständnis im Yoga zu finden ist und wie sich Yoga zu modernen Konzepten wie Stressbewältigung, Salutogenese, Prävention und Gesundheitsförderung in Beziehung setzen lässt. Diese Auseinandersetzung wurde zu einer wichtigen theoretischen Grundlage für die weitere Entwicklung des gesundheitsorientierten Tripada® Yoga. Das Buch und seine zentralen Fragen kennenlernen →Die Tripada® Methode
Aus diesen unterschiedlichen Erfahrungen und Einflüssen entwickelte sich über die Jahre eine gemeinsame methodische Grundlage. Tripada verbindet körperliche Übung mit Körperwahrnehmung, Atmung, Entspannung, Achtsamkeit und Meditation. Übungsauswahl, Belastungssteuerung und Progression werden systematisch geplant und an die Voraussetzungen der Teilnehmenden angepasst. Drei Prinzipien sind dabei besonders kennzeichnend:Der Mensch steht im Mittelpunkt. Seine Voraussetzungen, Erfahrungen und Möglichkeiten bestimmen die Gestaltung der Praxis.
Übungsauswahl, Ausführung und Belastungssteuerung folgen einer gesundheitsorientierten und funktionalen Praxis.
Yoga und gesundheitsbezogene Methoden werden weltanschaulich offen und ohne religiöse Bindung vermittelt.
Heute: Tripada über Yoga hinaus weiterdenken
Heute wird für mich immer deutlicher, dass die grundlegenden Prinzipien von Tripada nicht auf Yoga allein beschränkt sind. Meine berufliche Arbeit war von Beginn an durch die Verbindung körperlicher, psychischer und sozialer Aspekte von Gesundheit geprägt. Bewegung, Körperwahrnehmung, Atmung, Entspannung und Achtsamkeit beeinflussen sich gegenseitig. Sie können Menschen dabei unterstützen, Spannungen wahrzunehmen und zu regulieren, ihre körperlichen Ressourcen zu entwickeln und einen bewussteren Umgang mit Belastungen zu finden.Deshalb entwickeln wir Tripada heute als ganzheitliches psychosomatisches Gesundheitstraining weiter.
Qualifikationen und berufliche Stationen
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- Jahrgang 1959
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- Diplom-Sozialarbeiter
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- Studium der Sozialwissenschaften
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- Ausbildung in klientenzentrierter Gesprächsführung nach Carl Rogers
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- Trainer für Autogenes Training (AT)
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- Trainer für Progressive Muskelrelaxation (PMR)
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- Yogapraxis seit 1990
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- Yogalehrer GGF, Abschluss 1997
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- Yogalehrer BDY/EYU, Abschlussprüfung 2009
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- selbstständig seit 1995
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- Gründung Yogaschule Wuppertal – Institut für Gesundheitsförderung 2001
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- Aufbau einer eigenen Yogalehrerausbildung seit 2008
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- Weiterentwicklung zur Tripada® Akademie ab 2010
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- Entwickler der Tripada® Methode und der Tripada® Kurskonzepte
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- Entwickler von Präventions-, Kurs- und Ausbildungskonzepten
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- Fachbuchautor und Autor von Lehr- und Ausbildungsmaterialien
Publikationen und Lehrmaterialien
Wofür ich heute stehe
Nach mehreren Jahrzehnten praktischer Arbeit interessieren mich weniger Moden, Verbandszugehörigkeiten oder vermeintlich perfekte Formen als die Frage, was Menschen tatsächlich hilft und was professionelles Gesundheitstraining ausmacht.Teilnehmerorientierung statt Normierung.
Empathie, Akzeptanz und Kongruenz in der Beziehung.
Systematik statt Beliebigkeit.
Gesundheitsorientierung statt Leistungsdenken.
Wissenschaftliche Orientierung statt Dogma.
Verantwortung statt Selbstdarstellung.
Wie schaffen wir Bedingungen, unter denen Menschen ihre eigenen Ressourcen entwickeln und Gesundheit, Selbstwahrnehmung und Selbstregulation fördern können?
Die Tripada® Methode ist aus meiner Sicht eine Antwort auf diese Frage – und ihre Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen.