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Warum wir nicht bei der Yoga Alliance registriert sind

Warum wir nicht bei der Yoga Alliance registriert sind

Yoga Alliance und Tripada – warum wir einen eigenen Weg gehen

Tripada hat seine Wurzeln im gesundheitsorientierten Yoga. Seit den Anfängen
der Tripada Akademie und der Entwicklung der Tripada Methode ist daraus jedoch
ein umfassenderes System der Gesundheitsförderung entstanden.

Die Tripada Methode verbindet körperliche Übung mit Körperwahrnehmung,
Atmung, Entspannung, Achtsamkeit und Meditation. Sie ist
teilnehmerorientiert, rückensicher und säkular und wird
heute als ganzheitliches psychosomatisches Gesundheitstraining
weiterentwickelt.

Yoga und die Yogalehrerausbildung bleiben ein wichtiger Bestandteil dieses
Systems. Sie sind aber nicht mehr der einzige Bezugspunkt für die Entwicklung
von Tripada.

Vor diesem Hintergrund stellt sich auch die Frage nach einer Registrierung
bei der Yoga Alliance heute anders als früher.

Was ist die Yoga Alliance?

Die Yoga Alliance ist eine in den USA entstandene Organisation, die ein
freiwilliges Registrierungssystem für Yogalehrende und Yogaschulen betreibt.

Daher stammen die bekannten Bezeichnungen:

  • RYT – Registered Yoga Teacher
  • RYS – Registered Yoga School

Das Wort „registered“ beschreibt dabei bereits ziemlich
genau, worum es geht: Yogalehrende und Ausbildungsschulen können sich bei
der Yoga Alliance registrieren lassen, wenn sie die von der Organisation
festgelegten Voraussetzungen erfüllen.

Die Yoga Alliance ist keine staatliche Ausbildungs- oder Anerkennungsbehörde.
Eine Registrierung führt daher weder zu einem staatlich anerkannten
Berufsabschluss noch zu einem akademischen Abschluss.

Prüfung und Registrierung sind nicht dasselbe wie staatliche Anerkennung

Ausbildungsschulen müssen für eine Registrierung Angaben und Unterlagen zu
ihrem Ausbildungsprogramm, den Lehrinhalten und den beteiligten Lehrenden
einreichen. Diese werden im Hinblick auf die Standards der Yoga Alliance
geprüft.

Das sollte jedoch nicht mit einer staatlichen oder öffentlich-rechtlichen
Anerkennung einer Ausbildung verwechselt werden.

Eine RYT- oder RYS-Bezeichnung dokumentiert zunächst die Registrierung
innerhalb des Systems der Yoga Alliance.

Was bedeutet „international anerkannt“?

Im Zusammenhang mit Yogalehrerausbildungen wird häufig mit dem Begriff
„international anerkannt“ geworben.

Die Yoga Alliance ist international bekannt und ihr Registrierungssystem
wird insbesondere in der internationalen Yogaszene verwendet. Das kann
beispielsweise interessant sein, wenn jemand in einem Land oder einem
Yogastudio arbeiten möchte, in dem eine RYT-Registrierung erwartet wird.

„International anerkannt“ bedeutet jedoch nicht, dass eine Ausbildung
dadurch staatlich, akademisch oder von deutschen Sozialversicherungsträgern
anerkannt wäre.

Wir halten deshalb die Formulierung
„bei der Yoga Alliance registriert“ für wesentlich
aussagekräftiger.

Warum die Yoga Alliance für Tripada nicht der Maßstab ist

Die Yoga Alliance definiert Standards für die Registrierung von
Yogalehrenden und Yogaschulen.

Tripada verfolgt inzwischen einen anderen und umfassenderen Ansatz:
Wir entwickeln eine eigenständige Methode der Gesundheitsförderung mit
unterschiedlichen Anwendungs-, Ausbildungs- und Qualifikationswegen.

Dazu gehören heute unter anderem:

  • die Einführung in die Tripada Methode,
  • Tripada Yoga Social,
  • die Tripada Kursleiterschulungen,
  • die Tripada Yogalehrerausbildung,
  • spezialisierte Kurskonzepte für unterschiedliche Zielgruppen und
  • die weitere Entwicklung der Tripada Methode als ganzheitliches
    psychosomatisches Gesundheitstraining.

Eine Registrierung bei einem internationalen Yoga-Verband kann deshalb
nicht der übergeordnete Qualitätsmaßstab für die Entwicklung dieses
Systems sein.

Und was gilt für unsere Yogalehrerausbildung?

Für die Tripada Yogalehrerausbildung kann die Frage nach der Yoga Alliance
natürlich trotzdem gestellt werden.

Die Ausbildung besteht seit 2008 und ist aus der praktischen Arbeit von
Tripada in Yoga und Gesundheitsförderung entstanden. Im Mittelpunkt stehen
eine fundierte eigene Praxis, Methodik und Didaktik, Anatomie und
Gesundheitswissen sowie die Fähigkeit, Menschen sicher,
teilnehmerorientiert und professionell zu unterrichten.

Wer eine Yoga-Alliance-Registrierung ausdrücklich für seine spätere
internationale Tätigkeit benötigt, sollte dies bei der Wahl einer Ausbildung
berücksichtigen.

Für den Schwerpunkt unserer Arbeit in Deutschland haben sich jedoch andere
Qualitäts- und Qualifikationsanforderungen als wesentlich relevanter
erwiesen.

Yoga Alliance und ZPP verfolgen unterschiedliche Zwecke

Ein gutes Beispiel dafür ist die
Zentrale Prüfstelle Prävention (ZPP).

Sie prüft im Auftrag der gesetzlichen Krankenkassen die Voraussetzungen für
Kursleitende und Präventionsangebote im Rahmen der Gesundheitsförderung nach
§ 20 SGB V.

Dieser Qualifikationsweg ist für unsere gesundheitsorientierte Arbeit in
Deutschland von unmittelbarer praktischer Bedeutung.

Die Tripada Yogalehrerausbildung ab 500 Stunden ist auf
diesen Qualifikationsweg ausgerichtet. Je nach Ausbildungsmodell erfolgen
Anerkennung und Zertifizierung eigenständig oder mit entsprechender
Begleitung durch Tripada.

Auch verschiedene Tripada Kurskonzepte sind als Präventionsangebote
ZPP-zertifiziert.

Yoga Alliance und ZPP sind deshalb keine konkurrierenden Gütesiegel.
Sie verfolgen unterschiedliche Zwecke und sollten nicht miteinander
verwechselt werden.

Warum wir auf die Yoga-Alliance-Registrierung verzichten

Wir sehen derzeit keinen ausreichenden fachlichen oder praktischen Nutzen
darin, unsere Ausbildungsarbeit zusätzlich in das Registrierungssystem der
Yoga Alliance einzuordnen.

Aus unserer langjährigen Erfahrung spielt eine Yoga-Alliance-Registrierung
für die große Mehrheit unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer und deren
spätere Tätigkeit in Deutschland keine entscheidende Rolle.

Unsere Ressourcen investieren wir deshalb lieber in die Weiterentwicklung
der Tripada Methode, in Ausbildungsqualität, Unterrichtsmaterialien,
Praxis, Didaktik und die persönliche Begleitung unserer Teilnehmerinnen
und Teilnehmer.

Das bedeutet nicht, dass eine Registrierung bei der Yoga Alliance
grundsätzlich schlecht oder wertlos wäre. Für Menschen mit bestimmten
internationalen beruflichen Zielen kann sie sinnvoll sein.

Für Tripada ist sie jedoch nicht der Maßstab, an dem wir die
Qualität oder die weitere Entwicklung unserer Methode ausrichten.

Tripada entwickelt einen eigenen Qualifikationsweg

Unsere Perspektive hat sich in den vergangenen Jahren erweitert:
Nicht jede Person, die mit der Tripada Methode arbeiten möchte, muss
Yogalehrer oder Yogalehrerin werden.

Deshalb entwickeln wir unterschiedliche Zugänge zur Methode – abhängig von
Vorbildung und beruflichem Ziel.

Wer Tripada zunächst kennenlernen möchte, kann mit der

Einführung in die Tripada Methode
beginnen.

Darauf können – je nach vorhandener Qualifikation – Tripada Yoga Social,
Kursleiterschulungen, die Yogalehrerausbildung oder weitere
Spezialisierungen aufbauen.

Damit steht nicht die Zugehörigkeit zu einem Verband am Anfang,
sondern die Auseinandersetzung mit der Methode selbst.

Methode zuerst – Qualifikation darauf aufbauend.

Yogalehrerausbildung: Was passiert bei zu wenigen Teilnehmern?

Yogalehrerausbildung: Was passiert bei zu wenigen Teilnehmern?

Was passiert bei zu wenig Teilnehmern? Wenn sich der Start der Yogalehrerausbildung verschiebt?

Eine qualifizierte Yogalehrerausbildung lebt nicht nur von guten Dozent:innen und einem fundierten Curriculum. Auch die Ausbildungsgruppe spielt eine wichtige Rolle.

Bei der Tripada® Yogalehrerausbildung arbeiten wir bewusst mit kleinen Ausbildungsgruppen von maximal 12 Teilnehmer:innen. Gleichzeitig benötigen wir eine ausreichende Gruppengröße, damit eine Ausbildung fachlich, gruppendynamisch und wirtschaftlich sinnvoll durchgeführt werden kann.

Deshalb kann es vorkommen, dass ein geplanter Ausbildungsstart verschoben werden muss – zum Beispiel dann, wenn die erforderliche Mindestteilnehmerzahl zum vorgesehenen Starttermin noch nicht erreicht ist.

Wie weit kann Tripada® den Ausbildungsstart verschieben?

Wir möchten Interessent:innen einerseits frühzeitig die Möglichkeit zur Anmeldung geben, andererseits aber auch vermeiden, dass ein Ausbildungsbeginn auf unbestimmte Zeit verschoben werden kann.

Deshalb haben wir dafür eine klare Regel:

Tripada® kann den Beginn einer Ausbildungsgruppe höchstens zweimal verschieben. Eine Verschiebung erfolgt jeweils nur auf den unmittelbar nächsten bereits festgelegten Seminartermin.

Unsere Seminartermine liegen in der Regel etwa fünf bis sechs Wochen auseinander. Eine Verschiebung bedeutet deshalb nicht automatisch, dass sich der Ausbildungsstart um ein halbes oder ganzes Jahr verzögert.

Warum kann eine Mindestteilnehmerzahl notwendig sein?

Eine Yogalehrerausbildung ist keine gewöhnliche Seminarreihe. Viele Ausbildungsinhalte entstehen im gemeinsamen Lernen: Die Teilnehmer:innen üben miteinander, beobachten sich gegenseitig, unterrichten in Kleingruppen, geben Rückmeldungen und sammeln praktische Unterrichtserfahrung.

Eine ausreichend große Ausbildungsgruppe ist deshalb auch aus pädagogischen und gruppendynamischen Gründen sinnvoll.

Gleichzeitig begrenzen wir unsere Ausbildungsgruppen bewusst auf maximal 12 Teilnehmer:innen. So bleibt genügend Raum für individuelle Begleitung, Lehrproben, Korrekturen und den persönlichen Austausch mit den Dozent:innen.

Was bedeutet eine Verschiebung für meine Anmeldung?

Wenn Tripada® einen vorgesehenen Ausbildungsstart verschiebt, bleibt Deine Anmeldung für den unmittelbar folgenden festgelegten Seminartermin bestehen.

Sollte auch zu diesem Zeitpunkt die erforderliche Teilnehmerzahl noch nicht erreicht sein, kann der Beginn ein zweites und letztes Mal auf den darauffolgenden festgelegten Seminartermin verschoben werden.

Warum haben wir diese Regel eingeführt?

Uns ist wichtig, dass beide Seiten Planungssicherheit haben.

Tripada® benötigt eine ausreichend große Gruppe, um die Ausbildung in der vorgesehenen Qualität durchführen zu können. Gleichzeitig sollen angemeldete Teilnehmer:innen wissen, wie lange sie maximal auf den Beginn ihrer Ausbildung warten müssen.

Deshalb gibt es bei uns keine unbegrenzte Verschiebung von einem Termin zum nächsten.

Kurz gesagt: Wird die notwendige Gruppengröße noch nicht erreicht, kann Tripada® den Ausbildungsstart bis zu zweimal verschieben – jeweils nur auf den nächsten bereits festgelegten Seminartermin. Damit verbinden wir eine verlässliche Ausbildungsplanung mit einer klaren zeitlichen Grenze für unsere Teilnehmer:innen.

Wann steht endgültig fest, dass die Ausbildung startet?

Was passiert bei zu wenigen Teilnehmern?
Sobald die notwendige Teilnehmerzahl erreicht ist, bestätigen wir den Ausbildungsstart verbindlich. Die angemeldeten Teilnehmer:innen wissen dann frühzeitig, dass ihre Ausbildungsgruppe zustande kommt und können entsprechend planen.

Wenn Du Dich für die Tripada® Yogalehrerausbildung interessierst, kannst Du Dich jederzeit über den aktuellen Stand der nächsten Ausbildungsgruppe informieren.

Tripada Yogalehrerausbildung- was unterscheidet sie?

Tripada Yogalehrerausbildung- was unterscheidet sie?

Yogalehrerausbildungen unterscheiden sich nicht nur durch ihre Dauer, die Zahl der Unterrichtsstunden oder die behandelten Asanas. Entscheidend ist auch, welches Verständnis von Yoga und Yogaunterricht hinter einer Ausbildung steht.

Die Tripada® Yogalehrerausbildung vermittelt deshalb nicht einfach einen bestimmten Yogastil. Sie basiert auf einer eigenen gesundheitsorientierten Methodik, die klassische Grundlagen des Yoga mit Gesundheitswissenschaften, Pädagogik und moderner Didaktik verbindet.

Im Mittelpunkt steht die Fähigkeit, Yoga gesundheitsorientiert, methodisch begründet und an unterschiedliche Menschen angepasst zu unterrichten.

1. Klassischer Yoga – zeitgemäß vermittelt

Tripada® Yoga bezieht sich auf wesentliche Grundlagen des klassischen Yoga, insbesondere das Yoga Sutra des Patanjali, sowie auf die Tradition des Hatha Yoga.

Tradition bedeutet für uns jedoch nicht, überlieferte Methoden unkritisch zu übernehmen. Wir wollen verstehen, warum eine Methode eingesetzt wird, welche Wirkungen angestrebt werden und für wen sie geeignet ist.

Ein zentraler Bezugspunkt ist dabei ein Lehrsatz, den mein indischer Lehrer Dr. M. L. Gharote für die Yogapraxis besonders hervorgehoben hat:

sthira sukham āsanam

Eine Haltung soll stabil und zugleich angenehm sein.

Daraus ergibt sich ein Grundsatz, der die Tripada® Methode bis heute prägt:

Die Übung muss zum Menschen passen – nicht der Mensch zur Übung.

2. Gesundheit ist eine zentrale Zielsetzung

Tripada® Yoga wurde gezielt im Kontext der Gesundheitsförderung und Prävention entwickelt. Deshalb betrachten wir Übungen nicht nur danach, wie sie traditionell ausgeführt werden oder äußerlich aussehen.

Wir fragen: Welches Ziel verfolgen wir mit einer Übung? Welche Voraussetzungen bringen die Teilnehmer:innen mit? Welche Belastungen entstehen? Welche Variante ist angemessen und wann sollte eine Übung verändert werden?

Diese gesundheitliche Orientierung zieht sich durch die Yogapraxis ebenso wie durch Anatomie, Psychologie, Stressregulation, Entspannung und Unterrichtsmethodik.

3. Vom Einfachen zum Schweren

Guter Yogaunterricht braucht einen nachvollziehbaren Aufbau. Ein wichtiges didaktisches Prinzip des Tripada® Yoga lautet deshalb:

Vom Einfachen zum Schweren.

Übungen und Unterrichtsinhalte werden methodisch aufgebaut. Teilnehmer:innen sollen nicht möglichst schnell eine anspruchsvolle Endposition erreichen, sondern schrittweise die Voraussetzungen für eine Übung entwickeln und dabei eigene Erfahrungen sammeln können.

4. Nicht die Idealhaltung steht im Mittelpunkt

Menschen unterscheiden sich hinsichtlich Alter, Beweglichkeit, Kraft, Körperbau, Erfahrung und gesundheitlicher Voraussetzungen. Deshalb halten wir wenig von der Vorstellung, für jeden Menschen ließe sich mit akribischer Genauigkeit dieselbe äußerlich „richtige“ Form einer Yogahaltung definieren.

Eine Veränderung einer Haltung verändert zunächst bestimmte Aspekte einer Übung. Was sich dadurch verändert, kann wahrgenommen, erspürt und erkundet werden.

Eine Abweichung von einer vermeintlichen Idealform ist deshalb nicht automatisch falsch.

Problematisch wird eine Übung dort, wo sie dysfunktional wird, Beschwerden hervorruft oder einem Menschen schadet.

5. Zielgruppenorientierung: ähnliche Voraussetzungen – angepasstes Übungsgut

Personenzentrierter Yoga bedeutet nicht, dass im Gruppenunterricht für jeden Menschen ein vollständig eigenes Programm entwickelt werden muss.

Menschen lassen sich vielmehr zu Zielgruppen mit ähnlichen Voraussetzungen, Bedürfnissen und Übungszielen zusammenfassen.

Ein Einsteigerkurs stellt beispielsweise andere Anforderungen als ein Kurs für erfahrene Teilnehmer:innen. Kinder haben andere Voraussetzungen als Schwangere oder ältere Menschen. Auch Menschen, die vor allem Entspannung und Stressregulation suchen, benötigen andere Schwerpunkte.

Tripada® entwickelt deshalb zielgruppenspezifische Kurskonzepte mit einem jeweils angepassten Übungsgut. Auswahl, Schwierigkeitsgrad, Aufbau und Vermittlung der Übungen orientieren sich an den typischen Voraussetzungen der jeweiligen Zielgruppe.

Nicht jedes Übungsgut ist für jede Zielgruppe gleichermaßen geeignet.

Damit findet bereits auf der Ebene des Kurskonzeptes eine erste Anpassung statt. Innerhalb einer Zielgruppe bleiben die einzelnen Menschen selbstverständlich verschieden. Deshalb kommt anschließend eine zweite Ebene hinzu: die individuelle Anpassung der konkreten Übung.

6. Standardisierte Kurskonzepte – individuell anpassbarer Unterricht

Tripada® arbeitet mit standardisierten Kurskonzepten, Curricula und einem definierten, einheitlichen Übungsgut. Dadurch entsteht eine gemeinsame fachliche und methodische Grundlage für den Unterricht.

Standardisiert werden beispielsweise Kursziele, Inhalte, Stundenaufbau, methodische Progression und das für die jeweilige Zielgruppe vorgesehene Übungsgut. Das schafft Orientierung für die Lehrkräfte und macht Qualität nachvollziehbar und überprüfbar.

Standardisierung bedeutet jedoch ausdrücklich nicht, dass alle Teilnehmer:innen eine Übung in exakt derselben äußeren Form ausführen müssen.

Wir standardisieren Kurskonzepte und Übungsgut – nicht den Menschen.

Die konkrete Ausführung einer Übung kann innerhalb klarer methodischer Leitplanken an die individuellen Voraussetzungen der Teilnehmer:innen angepasst werden.

Dafür gelten im Tripada® Yoga insbesondere drei Grundprinzipien:

  • sthira sukham āsanam: Die Haltung soll stabil und zugleich angenehm sein.
  • Rückensicherheit: Übungen und Varianten werden unter dem Gesichtspunkt einer funktionellen und angemessenen Belastung ausgewählt und angepasst.
  • Personenzentrierung: Im Mittelpunkt steht der konkrete Mensch mit seinen Voraussetzungen, Möglichkeiten und Erfahrungen – nicht die möglichst exakte Nachbildung einer äußeren Idealform.

So kann eine Gruppe gemeinsam nach einem einheitlichen Curriculum und mit einem gemeinsamen Übungsgut arbeiten, während einzelne Teilnehmer:innen unterschiedliche Varianten einer Übung praktizieren.

Die Anpassung erfolgt dabei nicht beliebig. Yogalehrer:innen lernen in der Ausbildung, Varianten fachlich zu beurteilen und methodisch begründet einzusetzen.

7. Zielgruppe, Standardisierung und Personenzentrierung gehören zusammen

Die Tripada® Methode verbindet damit drei Ebenen, die aufeinander aufbauen:

1. Die Zielgruppe
Menschen mit hinreichend ähnlichen Voraussetzungen, Bedürfnissen und Übungszielen werden in einem geeigneten Kursformat zusammengefasst.

2. Das standardisierte Kurskonzept
Für diese Zielgruppe gibt es ein definiertes Curriculum, einen methodischen Aufbau und ein angepasstes gemeinsames Übungsgut.

3. Der einzelne Mensch
Innerhalb dieses Rahmens wird die konkrete Übung nach den Prinzipien von sthira sukham, Rückensicherheit und Personenzentrierung individuell angepasst.

Damit verbinden wir die Vorteile eines strukturierten und qualitätsgesicherten Kurskonzeptes mit der notwendigen Flexibilität im Umgang mit individuellen Menschen.

8. Verstehen statt einfach nachmachen

In der Tripada® Yogalehrerausbildung möchten wir keine Autoritätsgläubigkeit vermitteln.

Eine Methode ist nicht allein deshalb sinnvoll, weil sie alt ist, von einem bekannten Lehrer stammt oder innerhalb einer bestimmten Yogatradition praktiziert wird.

Wir versuchen Yogapraktiken zu analysieren, zu verstehen und hinsichtlich ihrer Zielsetzung zu beurteilen.

Warum wird eine Übung auf diese Weise durchgeführt? Was verändert sich bei einer anderen Ausführung? Welche Wirkung wird angestrebt? Für wen ist sie geeignet?

Diese Fragen sind für uns wichtiger als die bloße Reproduktion einer vorgegebenen Form.

9. Offen gegenüber unterschiedlichen Yogatraditionen

Tripada® Yoga versteht sich nicht als abgeschottete Yogarichtung, die ausschließlich Techniken einer bestimmten Schule zulässt.

Wir nutzen Methoden unterschiedlicher Traditionen, wenn sie angemessen, nützlich und für das jeweilige Unterrichtsziel sinnvoll sind.

Entscheidend ist nicht allein, aus welcher Schule eine Technik stammt, sondern ob sie sich fachlich begründet in einen gesundheitsorientierten Unterricht integrieren lässt.

10. Ein säkularer Yogaansatz

Tripada® Yoga wird säkular vermittelt. Die Geschichte und die philosophischen Grundlagen des Yoga gehören selbstverständlich zur Ausbildung. Sie werden jedoch nicht als religiöse Glaubenslehre vermittelt.

Dadurch ist Yoga für Menschen mit unterschiedlichen religiösen und weltanschaulichen Hintergründen zugänglich und kann zugleich sinnvoll in Gesundheitsförderung, Prävention und Bildung eingesetzt werden.

11. Yogalehrer:innen sollen selbstständig entscheiden können

Das Ziel einer Yogalehrerausbildung kann aus unserer Sicht nicht darin bestehen, vorgefertigte Stunden lediglich möglichst exakt zu reproduzieren.

Curricula, Kurskonzepte, ein gemeinsames Übungsgut und methodische Standards geben Orientierung. Eine qualifizierte Yogalehrkraft muss darüber hinaus verstehen, wann eine Anpassung notwendig oder sinnvoll ist und warum.

Deshalb verbindet die Tripada® Yogalehrerausbildung Yogapraxis und Yogaphilosophie mit Gesundheitswissenschaften, Psychologie, Pädagogik, Didaktik und praktischer Unterrichtserfahrung.

Was kennzeichnet die Tripada® Methode?

Gesundheitsorientiert
Übungen und Methoden werden im Hinblick auf ihre Ziele und die Voraussetzungen der Menschen betrachtet.

Zielgruppenorientiert
Menschen mit ähnlichen Voraussetzungen und Bedürfnissen werden in geeigneten Kursformaten zusammengefasst und arbeiten mit einem darauf abgestimmten Übungsgut.

Standardisiert und qualitätsorientiert
Tripada® arbeitet mit definierten Kurskonzepten, Curricula, methodischen Prinzipien und einem einheitlichen Übungsgut.

Personenzentriert und anpassungsfähig
Innerhalb dieses Rahmens können Übungen nach sthira sukham, Rückensicherheit und den individuellen Voraussetzungen des Menschen angepasst werden.

Methodisch und didaktisch strukturiert
Unterricht wird systematisch aufgebaut und folgt nachvollziehbaren Lernschritten – unter anderem dem Prinzip „vom Einfachen zum Schweren“.

Säkular
Yoga wird in seinem historischen und philosophischen Zusammenhang vermittelt, ohne eine religiöse Bindung vorauszusetzen.

Offen und kritisch
Traditionen werden respektiert. Methoden dürfen und sollen zugleich analysiert, hinterfragt und sinnvoll weiterentwickelt werden.

Fazit: Eine Methode statt einer Sammlung von Übungen

Das Besondere an der Tripada® Yogalehrerausbildung liegt deshalb nicht in einer einzelnen Übung und auch nicht in der Erfindung eines weiteren Yogastils.

Entscheidend ist die Methodik hinter dem Unterricht.

Wir verbinden zielgruppengerechte und standardisierte Kurskonzepte mit einem definierten Übungsgut und klaren Qualitätsstandards. Gleichzeitig lernen Yogalehrer:innen, dieses Übungsgut innerhalb methodischer Leitplanken an den einzelnen Menschen anzupassen.

So entsteht weder beliebiger Unterricht noch ein starres System: Es entsteht ein gemeinsamer methodischer Rahmen, innerhalb dessen guter, verantwortlicher und personenzentrierter Yogaunterricht möglich wird.

Tripada® Yogalehrerausbildung kennenlernen

Die Tripada® Yogalehrerausbildung vermittelt nicht nur Yogapraxis, sondern die fachlichen und methodischen Grundlagen, um Yoga für unterschiedliche Menschen und Zielgruppen professionell zu unterrichten.

Ausbildungswege ansehen →

Kann man als Yogalehrer Geld verdienen?

Kann man als Yogalehrer Geld verdienen?

Kann man als Yogalehrer Geld verdienen?

Ja – Yoga kann nebenberuflich oder hauptberuflich zu einer professionellen Tätigkeit werden. Eine Yogalehrerausbildung allein garantiert allerdings noch kein bestimmtes Einkommen. Entscheidend sind neben der fachlichen Qualifikation auch Unterrichtskompetenz, Positionierung, Zielgruppe, Auslastung und ein wirtschaftlich tragfähiges Angebot.

Wer Yogalehrer:in werden möchte, sollte deshalb nicht nur überlegen, welche Ausbildung fachlich interessant ist. Ebenso wichtig ist die Frage: Was möchte ich nach der Ausbildung damit machen?

Nebenberuflich oder hauptberuflich Yoga unterrichten?

Viele Yogalehrer:innen beginnen nebenberuflich. Einige regelmäßige Kurse pro Woche lassen sich häufig gut mit einer bestehenden beruflichen Tätigkeit verbinden. Gleichzeitig entsteht so die Möglichkeit, Unterrichtserfahrung zu sammeln und Schritt für Schritt einen eigenen Teilnehmerkreis aufzubauen.

Wer später umfangreicher unterrichten möchte, kann sein Angebot erweitern – beispielsweise durch zusätzliche Kursformate, unterschiedliche Zielgruppen, Präventionskurse oder Kooperationen mit Einrichtungen und Unternehmen.

Auch eine hauptberufliche Tätigkeit mit eigenen Räumen oder einem eigenen Studio ist möglich. Sie stellt jedoch andere Anforderungen an Organisation, Kalkulation, Marketing und Auslastung als einige nebenberufliche Kurse.

Wovon hängt das Einkommen als Yogalehrer ab?

Die wirtschaftlichen Möglichkeiten unterscheiden sich erheblich. Eine pauschale Aussage darüber, was Yogalehrer:innen verdienen, wäre deshalb wenig sinnvoll.

Wichtige Faktoren sind unter anderem:

  • die Anzahl der regelmäßig unterrichteten Kurse,
  • die Teilnehmerzahl und Auslastung,
  • die Preisgestaltung,
  • eigene Kurse oder Honorartätigkeit für andere Anbieter,
  • die angesprochenen Zielgruppen,
  • zusätzliche Qualifikationen und Kursangebote,
  • Raum- und Betriebskosten sowie
  • die Fähigkeit, langfristig Teilnehmer:innen zu gewinnen und zu binden.

Deshalb gehört zu einer professionellen Tätigkeit als Yogalehrer:in neben der Freude am Yoga auch ein realistischer Blick auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Guter Unterricht ist die wichtigste Grundlage

Langfristig entsteht ein erfolgreiches Kursangebot vor allem dann, wenn Menschen gerne wiederkommen.

Eine fundierte Ausbildung sollte deshalb nicht nur eine große Zahl von Asanas vermitteln. Yogalehrer:innen müssen lernen, Gruppen zu führen, Übungen verständlich anzuleiten, unterschiedliche Voraussetzungen wahrzunehmen und Unterricht sinnvoll aufzubauen.

Fachliche Qualität, Verlässlichkeit und ein guter Umgang mit den Teilnehmer:innen sind wesentliche Voraussetzungen für eine nachhaltige berufliche Tätigkeit.

Eine klare Zielgruppe erleichtert den Einstieg

Nicht jeder Yogakurs muss für jeden Menschen geeignet sein. Eine klare Vorstellung davon, wen man unterrichten möchte, kann die Entwicklung eines eigenen Angebots erheblich erleichtern.

Das können beispielsweise Einsteiger:innen, erfahrene Teilnehmer:innen, Schwangere, Kinder oder ältere Menschen sein. Auch Entspannung und Stressregulation können einen besonderen Schwerpunkt bilden.

Auf der gemeinsamen Grundlage der Tripada® Methode können Yogalehrer:innen ihre Qualifikation deshalb durch unterschiedliche Kursleiterschulungen und Kurskonzepte erweitern.

Präventionskurse als berufliche Möglichkeit

Für entsprechend qualifizierte Yogalehrer:innen können Präventionskurse nach § 20 SGB V ein interessantes Tätigkeitsfeld darstellen.

Wer die persönlichen Qualifikationsvoraussetzungen erfüllt und ein entsprechend zertifiziertes Kurskonzept verwendet, kann nach erfolgreicher Zertifizierung Kurse anbieten, für die gesetzlich Versicherte Zuschüsse ihrer Krankenkasse erhalten können.

Tripada® verfügt über zentral zertifizierte Yoga-Kurskonzepte für unterschiedliche Zielgruppen. Für entsprechend qualifizierte Tripada® Yogalehrer:innen und Partner begleiten wir außerdem den Weg durch das ZPP-Verfahren und übernehmen die organisatorische Abwicklung – beispielsweise die Einrichtung des Accounts und das Einreichen der erforderlichen Nachweise. Die Prüfung und Zertifizierung selbst erfolgt durch die Zentrale Prüfstelle Prävention.

Was bringt ein bestehendes System?

Nach einer Yogalehrerausbildung kann jede Lehrkraft ihren eigenen beruflichen Weg entwickeln. Wer vollständig unabhängig arbeiten möchte, kann eigene Angebote und Konzepte aufbauen.

Andere möchten auf vorhandene Strukturen zurückgreifen. Eine Zusammenarbeit mit Tripada® kann – abhängig von Qualifikation und gewähltem Modell – den Zugang zu erprobten Curricula, Kurskonzepten, Unterrichtsmaterialien, Fortbildungen und einem bestehenden Netzwerk ermöglichen.

Dadurch muss nicht jeder Bestandteil einer professionellen Tätigkeit von Grund auf neu entwickelt werden.

Kann Yoga also wirklich zum Beruf werden?

Ja – aber eine gute Ausbildung ist erst der Anfang.

Eine tragfähige Tätigkeit entsteht aus dem Zusammenspiel von fachlicher Kompetenz, gutem Unterricht, einer sinnvollen Positionierung und wirtschaftlichem Denken. Für manche bedeutet das einige regelmäßige Kurse neben dem Hauptberuf. Andere entwickeln daraus Schritt für Schritt eine umfangreichere selbstständige Tätigkeit.

Eine gute Yogalehrerausbildung sollte deshalb nicht nur auf einen Abschluss vorbereiten, sondern auch die Frage berücksichtigen, wie aus der erworbenen Qualifikation später eine professionelle Tätigkeit entstehen kann.

Tripada® Yogalehrerausbildung

Die Tripada® Yogalehrerausbildung verbindet fundierte Yogapraxis mit Gesundheitswissenschaften, Pädagogik, Didaktik und praktischer Unterrichtserfahrung. Durch den modularen Aufbau kannst Du Deine Qualifikation entsprechend Deiner persönlichen und beruflichen Ziele Schritt für Schritt erweitern.

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Sthira Sukham: Die Übung muss zum Menschen passen

Sthira Sukham: Die Übung muss zum Menschen passen

Wie soll Yoga eigentlich geübt werden?

Diese scheinbar einfache Frage gehört zu den grundlegenden Fragen des Yoga.
In meiner eigenen Ausbildung bei dem indischen Yogalehrer und Wissenschaftler
Dr. M. L. Gharote wurde für mich dafür ein kurzer Satz aus dem Yoga Sutra des Patanjali
zu einem zentralen Leitsatz:

Sthira sukham āsanam.
Die Haltung soll von Stabilität und Leichtigkeit geprägt sein.

Dieser Gedanke hat auch die Entwicklung des Tripada® Yoga wesentlich geprägt.
Denn er verändert die Perspektive auf das Üben: Nicht die äußerlich möglichst perfekte
Yogahaltung steht im Mittelpunkt, sondern die Frage, wie ein konkreter Mensch
eine Übung sinnvoll ausführen kann. 

Genauer gesagt, beantwortet er in wunderbarer Weise universell für jeden Menschen die Frage, wie Yoga geübt werden soll.

Wie soll Yoga geübt werden?

Im Yoga Sutra 2.46 beschreibt Patanjali die Qualität von Asana mit den Begriffen
sthira und sukha.

Sthira verweist auf Stabilität, Festigkeit und Beständigkeit.
Sukha wird häufig mit angenehm, leicht oder mühelos übersetzt.

Beides gehört zusammen. Eine Haltung soll weder instabil und unkontrolliert sein
noch durch unnötige Anstrengung, Verkrampfung oder das Erzwingen einer äußeren Form
gekennzeichnet sein.

Die interessante Frage lautet deshalb nicht nur:

„Wie sieht die richtige Yogahaltung aus?“

Sondern vielmehr:

„Wie kann dieser Mensch diese Übung so ausführen, dass Stabilität und
Leichtigkeit entstehen können?“

Die Übung muss zum Menschen passen

Aus diesem Verständnis ist ein zentraler Grundsatz des Tripada® Yoga entstanden:

Die Übung muss zum Menschen passen – und dem Menschen muss die Übung passen.

Menschen unterscheiden sich. Körperbau, Beweglichkeit, Kraft, Alter, Erfahrung,
Gesundheitszustand und persönliche Wahrnehmung sind nicht bei allen gleich.

Deshalb kann auch die angemessene Form einer Yogaübung nicht für jeden Menschen
identisch sein.

Eine Person kann eine Haltung vielleicht problemlos in der klassischen Form ausführen.
Für eine andere ist eine veränderte Ausgangsstellung sinnvoll. Eine dritte benötigt ein
Hilfsmittel oder eine weniger intensive Variante.

Das bedeutet nicht, dass die Übung dadurch „schlechter“ wird. Entscheidend ist,
ob ihre wesentliche Funktion erhalten bleibt und sie für den jeweiligen Menschen
angemessen ausgeführt werden kann.

Die äußere Form ist nicht das eigentliche Ziel

Gerade moderne Yogadarstellungen können leicht einen anderen Eindruck vermitteln.
Auf Bildern und in sozialen Medien begegnen uns häufig besonders bewegliche Menschen
in ästhetisch perfekten oder spektakulären Asanas.

Dadurch kann der Eindruck entstehen, Fortschritt im Yoga bedeute vor allem,
eine Haltung immer weiter, tiefer oder anspruchsvoller ausführen zu können.

Aus der Perspektive von sthira sukham greift dieses Verständnis zu kurz.

Eine äußerlich beeindruckende Haltung ist nicht automatisch eine gute Yogapraxis.
Und eine vereinfachte oder angepasste Haltung ist nicht automatisch eine schlechtere.

Entscheidend ist die Qualität des Übens.

Was bedeutet das für guten Yogaunterricht?

Für Yogalehrer:innen hat dieser Gedanke weitreichende Konsequenzen.

Die Aufgabe eines guten Yogalehrers besteht nicht darin, eine Idealhaltung vorzumachen
und anschließend alle Teilnehmer:innen möglichst nah an diese Form heranzuführen.

Vielmehr muss eine Lehrkraft verstehen:

  • welches Ziel eine Übung verfolgt,
  • welche Voraussetzungen sie verlangt,
  • welche Belastungen dabei entstehen,
  • welche Varianten möglich sind,
  • wann Hilfsmittel sinnvoll sind und
  • wann eine andere Übung die bessere Wahl ist.

Das setzt mehr voraus als die Fähigkeit, eine Asana selbst besonders gut demonstrieren
zu können. Es verlangt Beobachtung, methodisches Verständnis und die Fähigkeit,
unterschiedliche Menschen angemessen anzuleiten.

Muss ein guter Yogalehrer besonders beweglich sein?

Aus dieser Perspektive lautet die Antwort klar: Nein.

Natürlich braucht eine Yogalehrkraft eigene Übungserfahrung und ein fundiertes
Verständnis der Praxis. Außergewöhnliche Beweglichkeit ist jedoch kein Qualitätsmerkmal
für guten Unterricht.

Eigene körperliche Einschränkungen können für das Unterrichten sogar eine wertvolle
Erfahrung sein. Wer selbst erlebt hat, dass eine bestimmte Haltung nicht ohne Weiteres
zugänglich ist, kennt die Suche nach Varianten, den Umgang mit Grenzen und die Erfahrung,
dass ein anderer Weg manchmal der bessere ist.

Das kann die Sensibilität für die Situation der Teilnehmer:innen erhöhen.
Statt davon auszugehen, dass alle Menschen eine Übung auf dieselbe Weise ausführen können,
entsteht leichter die Frage:

„Was braucht dieser Mensch, damit die Übung für ihn passt?“

Varianten sind kein Notbehelf

Deshalb sind Varianten im Tripada® Yoga kein Notprogramm für diejenigen,
die eine vermeintlich „richtige“ Haltung noch nicht schaffen.

Sie gehören grundsätzlich zur Methodik.

Hilfsmittel, veränderte Hebel, alternative Ausgangsstellungen und unterschiedliche
Intensitätsstufen ermöglichen es, das Prinzip einer Übung für verschiedene Menschen
zugänglich zu machen.

Damit verändert sich auch die Rolle des Yogalehrers: Er vermittelt nicht nur Formen,
sondern lernt, Übungen zu verstehen und sinnvoll anzupassen.

Sthira sukham und Gesundheitsorientierung

Hier liegt zugleich eine wichtige Verbindung zwischen klassischer Yogaphilosophie
und dem gesundheitsorientierten Ansatz des Tripada® Yoga.

Gesundheitsorientierung ist für uns nicht einfach etwas, das dem traditionellen Yoga
nachträglich hinzugefügt wurde. Der Gedanke, unnötige Spannung zu reduzieren,
angemessene Stabilität zu entwickeln und eine Form des Übens zu finden, die dem Menschen
entspricht, lässt sich unmittelbar mit grundlegenden Gedanken des Yoga verbinden.

Moderne Erkenntnisse aus Anatomie, Gesundheitswissenschaften, Psychologie und Pädagogik
helfen uns dabei, diese Prinzipien für heutige Menschen und einen professionellen
Gruppenunterricht praktisch umzusetzen.

Ein Grundprinzip der Tripada® Methode

Sthira sukham ist deshalb für Tripada® Yoga mehr als ein philosophisches Zitat.

Der Gedanke wirkt bis in die praktische Unterrichtsmethodik hinein: in die Auswahl
der Übungen, die Arbeit mit Varianten, den Einsatz von Hilfsmitteln, die
Belastungssteuerung und die Berücksichtigung unterschiedlicher Zielgruppen.

Und letztlich führt er immer wieder zu derselben einfachen Frage:

Passt diese Übung zu diesem Menschen – und passt sie diesem Menschen?

Wenn wir Yoga so verstehen, verliert die perfekte äußere Form ihre beherrschende
Bedeutung. An ihre Stelle treten Wahrnehmung, Angemessenheit, Stabilität und Leichtigkeit.

Genau darin liegt ein wesentlicher Grundgedanke des Tripada® Yoga.

Tripada® Yoga verstehen und unterrichten

In der Tripada® Yogalehrerausbildung lernen angehende Yogalehrer:innen nicht nur
Asanas und Übungsfolgen. Sie lernen, Übungen zu verstehen, zu variieren und an
unterschiedliche Menschen und Zielgruppen anzupassen.

Yogapraxis und Yogaphilosophie werden dabei mit Gesundheitswissenschaften,
Psychologie, Pädagogik und moderner Didaktik verbunden.

Mehr über die Tripada® Yogalehrerausbildung erfahren →

Yoga als Gesundheitsförderung

Yoga als Gesundheitsförderung

Wie lässt sich Yoga mit moderner Gesundheitswissenschaft verbinden?

Diese Frage steht im Zentrum meines Buches „Yoga als Gesundheitsförderung“. Darin geht es nicht darum, Yoga auf einzelne Übungen oder Entspannungstechniken zu reduzieren. Untersucht wird vielmehr, wie sich zentrale Gedanken und Praktiken der Yogatradition mit modernen Konzepten von Gesundheit, Stress, Prävention und Gesundheitsförderung in Beziehung setzen lassen.

Das Buch entstand aus meiner langjährigen Beschäftigung mit Yoga und der Frage, wie sich traditionelle Yogalehre, Gesundheitswissenschaften und professionelle Unterrichtspraxis miteinander verbinden lassen.

Yoga zwischen Tradition und Gesundheitswissenschaft

Yoga ist historisch in einem ganz anderen kulturellen und weltanschaulichen Kontext entstanden als die moderne Gesundheitsförderung. Trotzdem gibt es interessante Berührungspunkte.

Fragen nach dem Umgang mit Belastungen, innerer Unruhe, körperlicher Spannung, Selbstregulation und einer gesundheitsförderlichen Lebensweise spielen sowohl im Yoga als auch in modernen gesundheitswissenschaftlichen Konzepten eine wichtige Rolle.

Das Buch untersucht deshalb nicht nur klassische Yogapraktiken, sondern versucht, diese in Beziehung zu heutigen Modellen von Gesundheit und Krankheit zu setzen.

14 zentrale Fragen des Buches

Der inhaltliche Rahmen des Buches lässt sich in 14 Leitfragen zusammenfassen:

  1. Was ist Yoga?
  2. Auf welchen weltanschaulichen und philosophischen Hintergründen beruht Yoga?
  3. Was hat Yoga mit Gesundheit zu tun?
  4. Welcher Gesundheitsbegriff findet sich in der Yogatradition?
  5. Warum wurden im Yoga Praktiken entwickelt, die einen gesundheitlichen Wert haben können?
  6. Welche Praktiken und Methoden werden im Yoga angewendet und welche Wirkungen sind zu erwarten?
  7. Kann Yoga als Methode der Gesundheitsförderung betrachtet werden?
  8. Lässt sich Yoga sinnvoll zu Konzepten der Gesundheitsförderung in Beziehung setzen?
  9. Kann Yoga einen Beitrag zur Bewältigung gesundheitlicher Probleme unserer Gesellschaft leisten, insbesondere im Bereich psychosomatischer und chronisch-degenerativer Erkrankungen?
  10. Lässt sich Yoga sinnvoll mit sozialmedizinischen und sozialwissenschaftlichen Erklärungsmodellen wie Stresskonzepten, Stress-Coping-Modellen oder Risikofaktorenmodellen verbinden?
  11. Gibt es Übereinstimmungen zwischen dem Gesundheitsverständnis des Yoga und modernen ganzheitlichen Vorstellungen von Gesundheit und Krankheit?
  12. Wie lässt sich Yoga wieder stärker mit wissenschaftlichen Konzepten verbinden – etwa mit Stressforschung, Salutogenese und Gesundheitsförderung?
  13. Wie hat sich Yoga in Deutschland seit dem Ende des 19. Jahrhunderts verbreitet?
  14. Wie hat sich die Ausbildungslandschaft im Yoga bis zur Jahrtausendwende entwickelt?

Yoga als Methode der Gesundheitsförderung

Ein zentraler Gedanke des Buches ist die Frage, ob Yoga nicht nur als spirituelle oder körperliche Praxis, sondern auch als Methode der Gesundheitsförderung verstanden werden kann.

Dazu werden unter anderem Bewegung, Atmung, Entspannung, Meditation und Selbstwahrnehmung betrachtet. Entscheidend ist dabei nicht nur die einzelne Technik, sondern die Frage, wie diese Elemente zusammenwirken und welche Bedeutung sie für Selbstregulation, Stressbewältigung und gesundheitliches Verhalten haben können.

Stress, Salutogenese und psychosoziale Gesundheit

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Verbindung von Yoga mit modernen gesundheitswissenschaftlichen Konzepten.

Dazu gehören insbesondere Modelle von Stress und Stressbewältigung sowie der salutogenetische Ansatz. Interessant ist dabei die Frage, ob zentrale Gedanken des Yoga mit heutigen Vorstellungen darüber zusammenpassen, wie Menschen Gesundheit erhalten, Belastungen bewältigen und eigene Ressourcen entwickeln können.

Gerade an dieser Schnittstelle zwischen Yogatradition und moderner Gesundheitsförderung liegt ein wichtiger Ausgangspunkt für die spätere Entwicklung des gesundheitsorientierten Tripada® Yoga.

Yoga wissenschaftlich betrachten, ohne seine Tradition zu verlieren

Eine wissenschaftliche Betrachtung von Yoga bedeutet nicht, seine philosophischen und kulturellen Wurzeln auszublenden.

Im Gegenteil: Erst wenn wir verstehen, aus welchen Traditionen bestimmte Praktiken und Vorstellungen stammen, können wir sinnvoll fragen, welche Bedeutung sie für heutige Menschen haben und wie sie in einen modernen gesundheitlichen Kontext übertragen werden können.

Das Buch versucht deshalb einen Brückenschlag: zwischen Yogaphilosophie und Praxis auf der einen Seite und Gesundheitswissenschaft, Psychologie und Prävention auf der anderen.

Vom Buch zur Tripada® Methode

Viele der Fragen, die in „Yoga als Gesundheitsförderung“ behandelt werden, haben später auch die Entwicklung der Tripada® Methode geprägt.

Dazu gehören insbesondere:

  • die Verbindung von Yogatradition und Gesundheitswissenschaften,
  • die Bedeutung von Stressregulation und Entspannung,
  • die Orientierung an den individuellen Voraussetzungen der Teilnehmenden,
  • die Verbindung von Theorie, Praxis und moderner Didaktik sowie
  • die Frage, wie Yoga sinnvoll in Gesundheitsförderung und Prävention eingesetzt werden kann.

Damit bildet das Buch einen wichtigen theoretischen Hintergrund für einen Yogaansatz, der Tradition ernst nimmt und gleichzeitig offen für moderne wissenschaftliche Erkenntnisse bleibt.

Fazit

„Yoga als Gesundheitsförderung“ beschäftigt sich mit einer grundlegenden Frage: Wie kann Yoga in unserer heutigen Gesellschaft verstanden und vermittelt werden, wenn wir sowohl seine Tradition als auch moderne Erkenntnisse über Gesundheit, Stress und Prävention berücksichtigen?

Die 14 Leitfragen zeigen, dass es dabei um weit mehr geht als um einzelne Yogaübungen. Sie reichen von Philosophie und Gesundheitsverständnis über Stressforschung und Salutogenese bis hin zur Entwicklung des Yoga und der Yogalehrerausbildung in Deutschland.

Vom Fachwissen zur Yogalehrerausbildung

Viele der im Buch behandelten Themen finden sich heute in der fachlichen Ausrichtung der Tripada® Yogalehrerausbildung wieder: Yogaphilosophie, Gesundheitswissenschaften, Psychologie, Stressregulation, Prävention und moderne Didaktik.

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